Bilder erzählen Geschichten – Das Bilderbuchkino

Bilder unterschiedlicher Art prägen unser Leben. Täglich strömt eine Vielzahl von bewegten und unbewegten Bildern auf uns ein. Sie wollen uns etwas erzählen, tragen eine Absicht und (ver-)führen zu neuen Gedanken. Gerade jüngere Kinder nehmen, da die Sprachentwicklung anders ausgeprägt ist als bei Jugendlichen oder Erwachsenen, Informationen und Inhalte verstärkt durch Bilder auf.

Umgang mit Bildern – welcher Art auch immer – muss gelernt werden, zum einen aus medienpädagogischer Sicht, um der Macht der Bilder emanzipiert begegnen zu können. Zum anderen zählt ein didaktisch verantwortbarer Einsatz von Bildern als Schlüsselelement zur Sprachentwicklung, vor allem auch in einer medial überfrachteten Gesellschaft.

Aus religionspädagogischer Sicht schließlich bedeuten Bilder im Elementar- und Primarstufenbereich neben der Möglichkeit ohne Lese-Text zu erzählen auch die Chance, der Mehrdimensionalität des Lebens auf die Spur zu kommen.

Bilder erzählen Geschichten…: Das Bilderbuchkino

Was ist ein Bilderbuchkino?

Ein Bilderbuchkino ist ein Medienpaket, das sich in der Regel aus dem Bilderbuch in Printform, den dazugehörigen Bildern sowohl in digitalisierter Form als DVD als auch zum Teil noch in Form von Dia und didaktisch-methodischen Erläuterungen zusammensetzt. Das Angebot reicht dabei von ganz einfachen Texten und Bildern für den Elementarbereich bis zu Medienpaketen für den Primarstufenbereich bzw. die entsprechenden Altersklassen in der Gemeindekatechese.

Das Bilderbuchkino „erleben“ Kinder einem Bilderbuch, dessen Bilder großformatig auf eine Leinwand projiziert sind. Alle Kinder sehen das gleiche Bild zur gleichen Zeit! Die Projektion ermöglicht neben der Gleichzeitigkeit auch eine stärkere Detailwahrnehmung. Nicht zuletzt bedeutet das große Bild auch größere Faszination!

Anders als der Begriff „Kino“ suggeriert, handelt es sich bei einem Bilderbuchkino um statische Abbildungen. Die Bilder werden ohne Text gezeigt. Die Geschichte wird dazu erzählt oder vorgelesen. Beim gemeinsamen Betrachten der Bilder ist Zeit genug, eine „individuelle Begegnung“ zwischen Kind und Bild zu ermöglichen. Jedes Bild für sich stellt eine neue Herausforderung dar. Entdeckungen werden gemacht, Verknüpfungen zu eigenen Erfahrungen entstehen, Geschichten werden lebendig. Anders als bei Filmen kann die Dauer der Wahrnehmung und Auseinandersetzung an die Situation der Kinder angepasst werden. Der „Dialog“, der zwischen den zuschauenden Kindern und dem Bild entsteht, findet schließlich seinen Fortgang in dem Gruppengespräch.

Was ist beim Einsatz eines Bilderbuchkinos zu bedenken?

Der Einsatz eines Bilderbuchkinos erfordert entsprechendes technisches Gerät und eine ebene weiße Projektionsfläche. Für die Projektion muss der Raum etwas dunkel sein. So entsteht Kino-Atmosphäre, die Aufmerksamkeit wird auf das Bild gerichtet.

Kinder möchten nahe am Geschehen sein! Ein Raum mit Teppich oder Sitzkissen bietet hier die beste Lösung. Wenn Sie Stühle stellen, achten Sie darauf, dass alle Kinder gut sehen können und evtl. ein Halbkreis die Gesprächssituation erleichtert.

Schauen Sie sich auf jeden Fall vor dem Einsatz das Material vollständig an. Das methodisch-didaktische Begleitmaterial zum Bilderbuchkino enthält Anregung für die Präsentation und eine kreative Umsetzung der Geschichte. Welches Zusatzmaterial ist für Ihre Situation passend?

… und nun geht's los!

Beim Bilderbuchkino erzielen die Bilder eine wesentlich stärkere Wirkung als der Text. Es gibt viel zu entdecken. Die Kinder werden zum genauen Hinschauen veranlasst. Lassen Sie ihnen Zeit, alles genau anzusehen, sich zu wundern, sich zu freuen, Details zu entdecken. Es empfiehlt sich, zuerst die Bilder zu betrachten und die Kinder dabei aufzufordern, zu erzählen, was sie sehen und was ihnen zum Bild einfällt. Anschließend kann der Text zum jeweiligen Bild erzählt oder vorgelesen werden. Lebendiger wird es für die Kinder, wenn Sie die Geschichte erzählen und evtl. Äußerungen der Kinder mit aufnehmen. Über Blickkontakt mit den Kindern merken Sie sehr schnell, ob Sie zu laut oder zu leise, zu schnell oder zu langsam sprechen.

Texte in Reimform, rhythmische Verse oder Wiederholungen im Text bringen die Kinder zum Nach- und Mitsprechen. Machen Sie aus dem Bilderbuchkino ein Erlebnis für die Kinder, indem Sie sie in das Geschehen mit einbeziehen. Bewegen Sie die Kinder während der Vorführung zum Mitmachen und beteiligen Sie sie am Erzählen. Lassen Sie Geräusche zu den Bildern machen, wiederkehrende Sätze laut mitsprechen. Stellen Sie Fragen zur Handlung, zu den Illustrationen und zu den Alltagserfahrungen der Kinder.

… und so kann es weitergehen!

Kinder beschäftigen sich oft sehr intensiv mit einer Geschichte. In einer folgenden kreativen Auseinandersetzung bekommen sie die Gelegenheit, ihre Eindrücke zu verarbeiten.

  • Gespräche,
  • malen, zeichnen oder basteln (z. B. die Lieblingsfigur, einen neuen Schluss usw.),
  • im Puppenspiel die bedeutenden Szenen nachspielen,
  • die Geschichte als Schattenspiel gestalten,
  • Rollenspiele,
  • die Geschichte weitererzählen, eine andere Perspektive wählen,
  • Text und Bild in Geräusche/Rhythmen/Musik und Bewegung umsetzen,
  • weitere Bücher zu dem Thema vorstellen

sind einige Ideen für die „Nachbereitung“ des Bilderbuchkinos.

In den methodisch-didaktischen Hinweisen/Arbeitshilfen, die den Bilderbuchkinos beigelegt sind, finden sich weitere passende Anregungen.

Bilderbuchkinos können Sie im IRUM ausleihen: AV-Medien-Abteilung • Tel.: 05251 1251907 • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Verzeichnis der im IRUM Paderborn verfügbaren Bilderbuchkinos (Titelliste mit detaillierten Angaben zu Inhalt und Verwendungsmöglichkeiten) liegt hier zum Download bereit.

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